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Die Mauerstraße
entlang
Als ich eben nach Hause
ging,
hatte ich einen Tagtraum:
Ich käme nicht von der
Arbeit,
sondern wäre acht Stunden
die Mauerstraße entlang
geschritten,
an deren Rand,
sauber an die Ziegel
geschlichtet,
unzählige tote Menschen
lagen.
Seite an Seite.
Sie blickten mit leeren
Augen nach oben,
von wo die Bomben
auf ihre irakische Heimat
fielen
und nach Jahren der Diktatur
neue Keime der Gewalt und
des Terror säten.
Kilometer um Kilometer ging
ich
die endlose Mauerstraße
entlang -
und dann noch einmal die
die gleiche schrecklich
lange Strecke,
gesäumt mit Verwundeten
in ihrer doppelten Armut.
Sie stehen gebeugt,
einbeinig, einarmig
und bitten um Wasser;
dazwischen die verkrüppelten
Kinder
mit großen schaudernden
Augen.
Unsäglicher Schmerz
überflutet mich.
Mein kleiner Enkelsohn,
den ich unvermittelt an der
Hand führe,
fragt warum wir nicht
helfen.
Es sind die einzigen Worte
neben dem stillen Weinen
der Kinder und dem
tröstenden Singsang der
Mütter.
Ich wache auf.
Ich möchte jetzt nicht die
Mörder
mit dem eingefrorenen
Lächeln
in ihren feinen grauen
Anzügen sehen,
wie sie hinter der Mauer
um Kurse feilschen
und das Geld zählen,
das ihnen dieses Leid
einbrachte;
und wie sie mit ihren
politischen Partnern
das nächste Bomberziel aushandeln
für ein weiteres
einträgliches Spiel
mit dem Leben und dem Tod
unschuldiger Menschen. |