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Lebendspende -
Liebesspende
„Vor dreißig Jahren hat mir meine Frau ihr Herz geschenkt. Jetzt
schenkte sie mir auch eine ihrer beiden Nieren.“

Der Bericht (hier ein Ausschnitt aus der OÖ. Rundschau vom März
2003) erschien 2000 im
deutschen Diatra-Journal, sowie in der Zeitschrift "Der
Salzburger Arzt" im Dez.2003
Als ich im Juni 1993 nach eineinhalb Jahren Dialyse zum ersten Mal
transplantiert wurde, schrieb ich einige Wochen nach der
Spitalsentlassung für das deutsche Fachjournal eine kleine
Geschichte darüber. Darin kam die große Dankbarkeit gegenüber dem
unbekannten Spender und gegenüber der Medizin zum Ausdruck, die ein
derartiges „Wunder“ ermöglicht. Etwa vier Jahre lang sollte ich ein
wieder fast gesundes Leben führen können.
Leider stellte das kostbare Organ seine Tätigkeit nach dieser Zeit
allmählich wieder ein. Das krankmachende Muster war noch vorhanden.
Die urämischen Symptome (ständige Müdigkeit, Abgeschlagenheit,
Übelkeit) schmerzten diesmal seelisch noch mehr als zuvor. Ich trat
den Gang zur Maschine zwar freiwillig früher an, als die Ärzte dies
verlangten, wurde das Gefühl einer furchtbaren Niederlage aber lange
nicht los. Nach einem halben Jahr Dialysepflicht stellten sich zudem
sehr unangenehme Begleiterscheinungen ein; vor allem ein Juckreiz,
der mir große Qualen bescherte. Es vergingen kaum 10 Sekunden am
Tag, wo ich mich nicht irgendwo am Körper kratzen musste. Nach
mehreren Monaten wirkte sich diese eigentlich banale Erscheinung
belastender aus als alle anderen Unannehmlichkeiten zusammen.
Am 16.September 1999 bekam ich im AKH Linz neuerlich eine Niere
eingesetzt. Diesmal kannte ich den Spender: es war meine eigene
Frau!
Und es war eine völlig anderes Geschehen, auch
wenn der Eingriff medizinisch gesehen derselben Routine folgte.
Beim ersten Mal erschien mir die erfolgte Transplantation eher eine
„Reparatur“ am Ausscheidungssystem meines Körpers gewesen zu sein –
das zweite Mal war es die Entgegennahme eines bewusst gegebenen
Geschenks. Ein Stück aus dem Körper jenes wunderbaren Menschen, der
mir über dreißig Jahre die Treue hält. Vom Spender meines ersten
Transplantats wusste ich nur, dass es ein Mann war, ca. acht Jahre
jünger als ich – und hirntot. Ich fühlte diesem Unbekannten
gegenüber große Dankbarkeit, ein Gefühl, das fast alle
Transplantierten mit mir teilen. Dieser Mann hätte sein Leben lang
einer Organspende widersprechen können, wenn er die Entnahme
wirklich nicht gewollt hätte. Es geschah also nicht gegen seinen
Willen und darf gleichfalls als Spende gewertet werden.
Bei einer Lebendspende ereignet sich etwas völlig anderes: etwas
Bewusstes, etwas - im wahrsten Sinn des Wortes – sehr Inniges! Die
neue Niere stellt nicht nur ein Organ dar, das nun verschiedenste
lebenswichtige Aufgaben für mich erfüllt und mir einen enormen
Gewinn an Lebensqualität bringt, sondern ist ein im wahrsten Sinn
des Wortes lebendiges Zeichen der Liebe! In einer Zeit, in welcher
das Ego der Maßstab aller Dinge geworden ist, ließ diese wunderbare
Frau ihren gesunden Körper aufschneiden und sich ein unersetzbares
Organ entnehmen, um mir mit ihrer eigenen Lebenskraft die
Möglichkeit zu einem selbständigen Leben ohne Maschine zu schenken.
Rosi, mit
der ich seit 1967 verheiratet bin, möchte so wenig Aufhebens wie
möglich von ihrer Spende machen. Als sich im August 1999 Frau
Reingard Diermayr vom „ORF-Report“ in meinem Internet-Briefkasten
meldete und nachfragte, ob sie einige Aufnahmen für einen Beitrag
machen könne, stimmte meine Frau nur zu, wenn sie dabei im
Hintergrund bleiben dürfe. Es war übrigens reiner Zufall, dass wir
zum Zeitpunkt dieser Anfrage vor einer so genannten „Lebendspende“
standen. Die ORF-Redakteurin hatte die Adresse einfach mittels einer
Suchmaschine gefunden, als sie für einen Beitrag zum Thema Dialyse
und Transplantation recherchierte und auf meine homepage stieß. Sie
freute sich natürlich darüber, dass sie auf diese Weise gleich einen
derartig seltenen Fall vor ihre Linse bekommen würde.
Der Beitrag für den ORF-Report ist Frau
Diermayr, die mit einem Kameramann und einem Assistenten gleich noch
in derselben Woche angereist kam, hervorragend gelungen. Obwohl es
nur einer von mehreren Beiträgen war und wir vielleicht nur acht
oder zehn Minuten im Bild waren, sprachen uns in der Folge viele
Leute darüber an. Das Thema und auch die einfühlsame Darstellung der
Redakteurin hatte viele berührt und war nicht so einfach
vorbeigerauscht wie die sonstige mediale Alltagskost. Sogar jetzt
noch erinnern sich manchmal Leute daran, denen wir unser kleines
„Geheimnis“ anvertrauen.
Ich erzähle den Menschen bei passender Gelegenheit gern von der
großen Liebesspende meiner Frau und freue mich (viel mehr wie sie
selbst), wenn sie dafür bewundert wird. Gott sei Dank ist sie bisher
auch von Schwierigkeiten irgendwelcher Art völlig verschont
geblieben. Sie verspürt in der Tat nicht die geringsten Probleme.
Ihre verbliebene Niere hat die Aufgabe der zweiten vollständig
übernommen. Rosi ist gesund wie eh und je; vielleicht sogar noch
stabiler: In den gut vier Jahren seit der Organentnahme hat sie
nicht einmal eine Erkältung gehabt….
Zum Einstand –
Probleme
Was mich
betrifft, so ist die Sache anfangs leider nicht so anstandslos und
glatt verlaufen wie bei der ersten Transplantation. Genau gesagt
musste ich insgesamt viermal operiert werden und befand mich gut
zwei Monate als stationärer Gast in einem Einzelzimmer des AKH Linz.
Dass ich die Niere schließlich behalten konnte, war laut Professor
Biesenbach, dem Vorstand der Internen II, ein medizinisches Wunder.
Mich ereilten nämlich Komplikationen, welche einem
Neutransplantierten nur äußerst selten widerfahren. Eine
Hiobsbotschaft löste die andere ab, die Sorge um das wertvolle Organ
wuchs von Woche zu Woche.
Eine Woche
nach der von Professor Dr. Peter Brücke durchgeführten
Transplantation musste infolge einer etwa faustgroßen Raumforderung
hinter der Niere (der Chirurg Dr.Christoph Groß sprach von einer
rötlich breiigen Masse) das kostbare Organ wieder entnommen und nach
gründlicher Ausräumung neu eingesetzt werden. Eine Woche nach
diesem zweiten Eingriff starb das Gewebe des Nierenbeckens ab. Das
daraufhin entstandene „leak“ war trotz weiterer zwei Operationen
nicht dicht zu bekommen. Professor Biesenbach telefonierte in ganz
Europa mit Kollegen, um eine mögliche Gangart herauszufinden, die
Niere zu retten. In Berlin wurde er fündig. Dort hatte man das
Nierenbecken nach ähnlichen Problemen mit einem Darm versteppt und
solchermaßen dicht bekommen. Eine fünfte Operation wurde anberaumt.
Die Chancen standen nicht gut; mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 ;
50 müsse ich mit einer Entfernung des Organs rechnen. Zuvor aber
befragte man noch die Urologen im eigenen Haus. Das war mein Glück!
Dem Urologen Dr.
Helmut Heidler, der unmittelbar vor dem schon anberaumten Eingriff
beigezogen worden war, gebührt zusammen mit seinem Team der
Urologischen Abteilung des AKH Linz das Verdienst, mein wertvolles
Geschenk gerettet zu haben. Mit Hilfe einer alten Technik, wie sie
vor Aufkommen der Nierensteinzertrümmerer angewandt wurde,
ermöglichte man in wochenlanger geduldiger Behandlung unter
Verwendung von Splints und einer speziellen Ableitungsmethode durch
die Bauchdecke auf diese sanfte Art und Weise die Selbstheilung des
Nierenbeckens.
Entscheidend ist, dass die Sache letztlich gut ausgegangen ist und
ich jetzt nur noch alle Monate einmal zur Kontrolle muss, wie die
meisten anderen Nachsorgepatienten auch. So völlig sicher wie mit
der ersten „geborgten“ Niere fühle ich mich allerdings erst seit
etwa einem Jahr. Wenn die Narben bei Wetterwechsel ziehen, befällt
mich ein wenig auch immer die Angst, es könnte etwas passiert sein
unter der Bauchdecke. Im Juni 2000 war ein weiterer Eingriff nötig
geworden, um einem plötzlich aufgetretenen Verschluss des
Harnleiters zu begegnen. Eine Virusinfektion konnte relativ rasch
beherrscht werden. Meine im Hintergrund nie ganz verschwundene
Bangigkeit mag aus all diesen Gründen verständlich sein; für meine
Gesundheit ist sie jedoch, wie alle Psychologen bestätigen werden,
sicherlich nicht günstig.
Wer
mich während der 9 Wochen im AKH besuchte, musste sich "maskieren",
wie hier Tochter Helga mit Engeltochter Julia....
* * * * *
Meine Frau
erlebte jede
Entwicklung mit - wie kein anderer Mensch dies
vermöchte; und auch ich fühle mich ihr näher als je zuvor. Sie litt
damals bei den ständigen Hiobsbotschaften aus dem Krankenhaus, aus
dem sie ja selbst noch nicht lange entlassen war, ganz besonders.
Denn sie dachte, sie hätte durch ihre Spende das alles gewissermaßen
"verschuldet". Eine schwierige Situation, denn Gedanken und Gefühle
gehorchen einander nicht immer! Nach neuen Wochen wurde ich zu ihr
nach Hause entlassen, für fünf Wochen allerdings noch mit einem
Blasenkatheter samt Säckchen versehen....
Vom AKH Linz
wurde übrigens eine medizinische Arbeit zu meinem Fall
veröffentlicht. Sie kann möglicherweise anderen Patienten in Europa
oder wo immer auf der Welt helfen. So hat alles Problematische auch
einen nützlichen Aspekt!
Die seelische Seite
Möglicherweise findet durch das geschenkte Organ ein neuer
(zusätzlicher) Informationsfluss auf der Ebene der DNS statt, wo die
ganze Geschichte der Vorbesitzerin und in gewisser Weise auch die
ihrer Eltern und Großeltern gespeichert ist. Oder kybernetisch
ausgedrückt: einem dynamischen Netzwerk lebensrelevanter
Informationen wurde von außen ein neuer Input hinzugefügt. Wenn auch
das menschliche Genom als entschlüsselt gelten darf, wird man derlei
Zusammenhänge naturwissenschaftlich wohl noch lange nicht restlos
klären können. Ein Akt der Liebe – das wäre eine Beschreibung, die
zwar ebenfalls wissenschaftlich ebenfalls nicht „haltbar“ ist, die
aber schlicht und einfach zutrifft: Lebendspende – Liebesspende!
Übrigens fühle ich mich den Eltern meiner Frau, auch wenn sie
bereits verstorben sind, in einer verblüffenden Weise tatsächlich
ebenso zugehörig wie meinen eigenen….
Obwohl wir
mehr als fünfunddreißig Jahre verheiratet sind, hat sich in der
Beziehung eine sehr deutlich spürbare Zunahme an Vertrautheit und
Zuneigung ergeben. Die Ehe war in all den Jahren natürlich nicht
immer unbelastet und unproblematisch gewesen. Dennoch haben wir
zusammengehalten, wie es so vielen Paaren ebenfalls gelingt, die
nach allen Stürmen und Zweifeln dann in fortgeschrittenerem Alter
die Belohnung für ihre Treue erfahren dürfen. Bei uns ist es aber
mehr als nur das. Wir haben beide wesentlich dazugewonnen. Neben dem Segen meiner eigenen fast
völligen Gesundung freue ich mich ebenso für Rosi, dass sie auf
seelischer Ebene mindestens ebenso bereichert wurde. Sie dient
vielen anderen Menschen bewusst oder unbewusst zum Vorbild. Wenn ihr
Lob und Anerkennung gezollt wird, wehrt sie bescheiden ab und sagt,
das hätte doch jeder in dieser Situation getan.
In der Zwischenzeit ist sie wiederholt von
Menschen kontaktiert worden, die sich mit dem Gedanken an eine
Lebendspende tragen. Auf meiner homepage ist die Geschichte mit
jeder Suchmaschine zu finden. Dann kommt eine E-Mail mit der
Anfrage, wie denn das in der Praxis sei, anschließen meist ein
Anruf. Man möchte einmal mit einem Menschen sprechen, der schon eine
Niere spendete. Auch von medizinischer Seite sind schon einige
Menschen zur Auskunft an uns verwiesen worden. Bei einer Frau aus
Deutschland, die einem österreichischen Neffen eine Niere spenden
wollten, konnten wir sogar Hinweise für die versicherungsrechtliche
Seite der Sache geben….
Könnte das wirklich
jeder tun?
Viele
Menschen wachsen über sich hinaus, wenn sie gefordert sind. Das Herz
besitzt ungeahnte Reserven. Aber als selbstverständlich darf die
Lebendspende wohl nicht gelten. Es hätte auch niemand das Recht, von
einem Menschen ein Stück seines Körpers zu fordern, bloß weil er ihm
verwandtschaftlich oder durch die Lebensumstände nahe steht. Das
Geschenk ist und bleibt ein Geschenk: eines der schönsten und
kostbarsten Geschenke, die ein Mensch einem anderen Menschen
bereiten kann!
Wer es am eigenen Körper
erfahren durfte, so wie meine Frau und ich, kann dies erst wirklich
ermessen und erlebt es täglich an der Innigkeit der Beziehung, die
dadurch klarerweise belebt und vertieft wird.
Könnten wir
beide die Lebendspende für Nierenpatienten also allen Menschen in
ähnlicher Situation uneingeschränkt empfehlen? Ja und nein. Ich
kann nur schildern, wie sie sich in unserem Fall auswirkt. Nicht
umsonst fordern die Transplantationsspitäler genaue körperliche
Untersuchungen von Empfänger und Spender (meine Frau wurde eine
Woche stationär auf Herz und Nieren untersucht!) und darüber hinaus
auch eine Beurteilung der seelischen Befindlichkeit beider
Beteiligten. Man muss nicht nur möglichen physischen Nachteilen
vorbeugen, sondern auch genau prüfen, ob nicht verborgene Spannungen
in einer Beziehung lauern, die dann möglicherweise aufbrechen.
Garantiescheine gibt es nicht. Aber die werden, wie wir wissen, bei
keiner Operation oder sonstigen Behandlung mitgeliefert.
Chirurgisch
sind Erleichterungen für den Spender durch die Laparoskopie möglich.
Die Niere wird im Körper mit eingeführten Instrumenten
unter Beobachtung mittels einer gleichfalls durch eine kleine
Öffnung eingebrachten Videokamera von ihren Verbindungen gelöst und
dann durch einen kleinen Schnitt, durch den gerade der Arm des
Chirurgen passt, aus dem Körper gehoben. Der Eingriff verläuft
schonender für den Patienten, erfordert aber enorme chirurgische
Geschicklichkeit. In Österreich wird diese Methode meines Wissens
derzeit nur in Graz angewandt. Wir zogen nach gründlicher Überlegung
die herkömmliche Methode in unserem Heimatkrankenhaus vor.
Ich hatte
mich, als wir erstmals gemeinsam die Möglichkeit einer Lebendspende
in Erwägung zogen, im Internet fleißig nach Methoden und Erfahrungen
umgesehen. Dabei war eigentlich erst zum Vorschein gekommen, dass
sich eine Lebendspende medizinisch viel unproblematischer
darstellt, als man früher annahm. Während meiner ersten Dialysezeit
am Anfang der Neunzigerjahre dachten wir an eine solche Möglichkeit
gar nicht, weil man allgemein annahm, die Gewebsübereinstimmung
stelle ein unüberwindliches Hindernis dar. Es hieß, nicht einmal
Eltern und Kinder oder Geschwister könnten realistisch daran denken,
weil die erforderliche Übereinstimmung der Gewebe nach
HLA-Typisierung höchst selten der Fall sei.
Um so
angenehmer überraschte es, als ich las, dass auf Grund der
inzwischen gemachten Erfahrungen darauf heute kaum noch Wert gelegt
wird. In Basel, wo viele Lebendspenden durchgeführt werden,
verzichtet man beispielsweise auf eine Gewebstypologie so gut wie
völlig. Blutgruppe und Kreuzprobe genügen. Auch andere Spitäler
hatten im Lauf der Zeit festgestellt, dass bei Lebendspenden die
Gewebeverträglichkeit bei weitem kein so großes Problem darstellt
wie im Fall von „normalen“ Mortalspenden. Eine der Begründungen
hiefür: bei Paaren, die mehrere Jahre zusammenleben, stellen
sich die Abwehrsysteme mehr und mehr aufeinander ein; ähnlich wie
die Partner selbst, die sich in den Jahren „zusammenraufen“ und
vertragen lernen. Ein leichtes Schmunzeln hat uns dabei eine
(eigentlich wissenschaftlich ernste) Bemerkung abverlangt, dass
dieser Vorgang besonders durch den Austausch von Körperflüssigkeiten
gefördert werde.
Man könnte
daher allgemein raten: Die Moral von der Geschicht – vergesst aufs
Küssen nicht! Aber das sollte man ohnehin niemals ganz aus den Augen
verlieren. Ob man nun einen Menschen an seiner Seite weiß, der
einmal ein Organ brauchen könnte. Oder ob man völlig gesund ist, was
immer noch die beste Lösung unter allen Möglichkeiten darstellt. Und
was Rosi und ich am Schluss dieses kleinen Berichtes allen Lesern
und Leserinnen von Herzen wünschen.
Noch ein
Wort zum Transplantationsreferat Österreich-Nord und zur
Selbsthilfegruppe: Ich gestalte seit zehn Jahren die Zeitung der oö.
Vereinigung der Dialysepatienten und Nierentransplantierten. Mein
Hauptanliegen ist es dabei, gemeinsam mit der Vereinsleitung und den
verschiedenen Aktivitäten das Zusammengehörigkeitsgefühl der
Nierenpatienten zu stärken, sowie gegen Verschlechterungen
aufzutreten. Durch die vielen Kontakte erlebe ich, welch
unermesslich große Bedeutung eine erfolgreiche Transplantation für
jeden einzelnen Patienten besitzt. Aus diesem Grund bin ich
(stellvertretend für alle Betroffenen) Primar Dr.Walter Löffler für
seine Arbeit als Transplantationsreferent außerordentlich dankbar,
welche bereits jetzt reiche Früchte zeitigt und in Zukunft eine
weitere Hebung der Organspendezahlen erwarten lässt.

Welche Lebensqualität das neue Organ einem Menschen (wieder)
schenkt, kann man vielleicht an diesem Familienbild ermessen, das
einige Jahre später, zu meinem Geburtstag 2003, aufgenommen wurde;
denn alle Menschen, die einem zugetan sind, freuen sich mit!
Mein Referat
bei der Organspende-Matinee 2003 in der Salzburger Ärztekammer, zu
welcher ich eingeladen worden war, schloss mit einem Gedicht, das
ich meiner Frau gewidmet habe.
Es soll als Schluß meines Berichts
angefügt werden:
Deine Augen, Rosi!
Als du mich heute Nachmittag
im Spital besuchtest
und wir einander gegenüber saßen
an meinem kleinen Tisch,
zog mich eine Frage tief
in die samtene Vertrautheit
deiner Augen hinein.
Vielleicht erwecktest du den
neugierigen Buben in mir,
weil deine beiden Augen heute
dunkler und tiefer erschienen
als sonst in den mehr als
dreißig Jahren, die wir schon
zusammen leben.
Die Tür stand weit offen,
du bliebst mir freundlich und fest,
ein tragender Ton,
verhalten schimmernd,
ein Grat aus dunkelbraunem Bernstein,
geformt nach dem ebenmäßigen Bild
deiner ewigen Seele.
Ich wollte bleiben, da zog mein Blick,
ohne dass ich wusste warum,
sich rasch wieder auf die Außenfläche
deines Gesichtes zurück,
welches, wie von innen erhellt,
in seiner klaren
sanften Wärme strahlte.
Ein schönes Gesicht voller Güte,
Leben und Liebe -
und eine rasch darüber hinhuschende
Verschämtheit;
wie wenn ein ganz junges Mädchen
unvermutet im Hemdchen
ertappt worden wäre. |